Dünn besetzte Bank ist ein dickes Problem
Delmenhorst. Beim Tabellenführer der Handball-Verbandsliga zu verlieren ist keine Schande für die HSG Delmenhorst. Nach der 24:27 (12:11)-Niederlage in Schiffdorf zollte Trainer Werner Rohlfs der Mannschaft sogar ein großes Kompliment.
,,Wir haben bis vier Minuten vor Schluss sehr gut gespielt und 24:23 geführt. Dann sind wir aber eingebrochen", urteilte er über die Schlussphase. Da war der HSG-Akku einfach leer.
Acht Feldspieler hatte Werner Rohlfs am Freitagabend zur Verfügung. Michael Meyer brach sich nach zehn Minuten einen Finger und wird in dieser Saison keinen Handball mehr anfassen. Klammert der HSG-Coach vom Schiffdorf-Spiel Mark Unger aus der zweiten Mannschaft aus, dann bleiben ihm noch sechs Feldspieler für den Rest der Serie. Sieben Spieltage vor Schluss hat die HSG Delmenhorst sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Es besteht also Handlungszwang beim Tabellensiebten.
In Schiffdorf spielte Eike Harant in der Mitte. ,,Das haben wir zuletzt vor fünf Monaten trainiert", gibt Werner Rohlfs einen Einblick über die nicht vorhandenen taktischen Alternativen. Obwohl Nils Werner über eine ziemlich lange Spielzeit in Manndeckung genommen wurde, erzielte er neun Treffer.
Die HSG führte nach zehn Minuten mit 5:3. Den Schiffdorfern war klar anzumerken, dass sie die Gäste unterschätzt haben. Der Tabellenführer ging zwar seinerseits mal mit 9:8 in Front, aber zur Pause hatten die Rot-Weißen wieder mit einem Tor (12:11) die Nase vorn.
Dass die Führung im zweiten Durchgang lange zwischen einem und drei Treffern pendelte, hatten die Delmenhorster ihrem Torwart Mirko Lettmann zu verdanken. Unter anderem entschärfte der Schlussmann vier Siebenmeter. Nach 49 Minuten stand es 22:19 für die Rohlfs-Sieben. Auch der 23:23-Ausgleich (55.) schockte die Gäste noch nicht, denn sie gingen wieder in Führung, dieses Mal durch einen Siebenmeter von Daniel Poetzsch.
Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf: Postwendend fiel der erneute Ausgleich und Eike Harant holte sich eine Zwei-Minuten-Strafe ab. Die Kraft war am Ende und technische Fehler kamen hinzu. So zog der TV Schiffdorf dank der größeren Reserven den Kopf noch aus der Schlinge und traf drei Mal in Folge zum 27:24-Endstand.

 

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