Verwirrung um Regularien bei der Handball-Jugend

Nur die beiden Gruppenersten sind bei der A-Jugend für die nächste Runde zur Oberliga qualifiziert. Die anderen müssen in der Landesliga-Quali weiter spielen – mit der Gefahr, am Ende nur in der Region zu landen.

Von Dieter Freese

 

Delmenhorst · Ganderkesee. Als in der Halle Am Steinacker feststand, dass sich die Mannschaften des Gastgebers TSV Ganderkesee und der HSG Delmenhorst als Zweiter bzw. Dritter der Vorrelegation für die Relegation zur Handball-Oberliga Nordsee der A-Jugend qualifiziert hatten, war für alle Beteiligten auch klar, dass ihre Mannschaften damit zumindest die Landesliga sicher hatten. Sie hatten schließlich die Ausschreibung und Durchführungsbestimmungen des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) gelesen (siehe Kasten).

Doch diese Bestimmungen scheinen ohne Wert zu sein. „Nein“, sagt Klaus Wernicke, der für die Durchführung dieser Vorrelegation zuständig ist, „die Mannschaften, die es nicht in die Oberliga schaffen, müssen anschließend in der zweiten Runde der Landesliga-Qualifikation spielen...“

Auch Vereinsverantwortliche wie zum Beispiel Rolf Heitmann, Vorsitzender der HSG Delmenhorst, erhalten mit Hinweis auf bestehende Bestimmungen zur Antwort, dass „nicht das Erreichen der Oberliga-Relegation sondern die endgültige Qualifikation gemeint sei“. Das habe der Jugendspielwart im HVN, Heinz-Georg Lahrmann, so gesagt. Lahrmann hat gestern auf eine Email-Anfrage unserer Zeitung nicht geantwortet.

Bei der HSG Delmenhorst haben die Verantwortlichen bereits erste Konsequenzen gezogen. Die männliche B-Jugend, die sich ebenfalls für die Oberliga-Relegationsrunde qualifiziert hat, wurde zurück gezogen. Sie hätte in Nordhorn spielen müssen. „Es ist unverständlich, warum vier Mannschaften aus dem Raum Delmenhorst/Bremen zur Quali nach Nordhorn fahren müssen“, findet Heitmann einen weiteren Kritikpunkt. Die Mannschaft wird jetzt versuchen, sich nachträglich für die Landesliga zu qualifizieren, obwohl sie sich in der Relegationsgruppe als Erster für die Vorrelegation zur Oberliga qualifiziert hatte. Auch sich ständig ändernde Ansetzungen seien nicht nachvollziehbar, sagt Heitmann. „Eine Mail von gestern wird am nächsten Tag schon schnell einmal wieder durch eine neue für null und nichtig erklärt“, spricht Heitmann über Erfahrungen in jüngster Vergangenheit.

Die A-Jugend des TSV Ganderkesee tritt in der Oberliga-Relegation am Sonntag in Osnabrück an, muss dort gegen die gastgebende HSG, gegen JSG Wilhelmshaven, TSV Morsum und VfL Horneburg bestehen. Delmenhorst spielt in Rotenburg gegen den Hausherren, OHV Aurich, JSG Jever/Schortens und HSG Bützfleth/Drochtersen.

Quelle: dk-online, 14.05.09