Delmenhorst. Die HSG Delmenhorst ist ihrer Favoritenrolle gegen die TS Hoykenkamp vor über 350 Zuschauern in der Heider Sporthalle vollauf gerecht geworden und hat das Derby in der Handball-Verbandsliga Nordsee am Ende auch in der Höhe verdient mit 31:20 (13:9) gewonnen. Es muss allerdings angemerkt werden, dass die gastgebenden Hoykenkamper fast 45 Minuten lang bravourös gekämpft haben und zu diesem Zeitpunkt nur mit 16:18 zurücklagen. Dann schwanden bei den Akteuren zusehends die Kräfte.

Dass Derbys fast immer mit der heißen Nadel gestrickt werden, war auch am Sonntagnachmittag in Heide zu sehen. Das Spiel begann zunächst recht nervös und unstrukturiert. Die Gastgeber versuchten es mehr über den Kampf, während die Delmenhorster die spielerische Linie suchten. Tore blieben dabei zunächst Mangelware, da die Abwehrreihen gut positioniert waren und die Torhüter Timo Meyer (Hoykenkamp) und Marius Voß (Delmenhorst) ihr Können zeigen konnten. Nach fünf Minuten war es dann Torben Sudau, der das 1:0 für die Gäste erzielte. Thies Kohrt erhöhte drei Minuten später auf 2:0. Im Gegenzug verkürzte der ehemalige Delmenhorster Colin Hörner auf 1:2. Nach einer knappen Viertelstunde schaffte die Sieben von Adrian Hoppe durch Bernd Spille sogar den 3:3-Ausgleich. Mehr genehmigte die stabil stehende Gäste-Abwehr ihrem Kontrahenten zunächst nicht. Nach Ballgewinnen steigerten die Delmenhorster das Tempo und konnten durch Sudau, Oetken, Goyert und Freese auf 7:3 erhöhen. Das Rückzugsverhalten der Hoykenkamper war in dieser Phase einfach zu mangelhaft. Im weiteren Spielverlauf, bei dem es an spielerischen Elementen etwas fehlte, sorgten dann die Unparteiischen mit einigen Entscheidungen für Stimmung in der Halle. Der Vier- bis Fünf-Tore-Vorsprung der Gäste blieb bis zur Pause mit 13:9 konstant.
Nach dem Wechsel gestaltete die TSH die Partie fast 15 Minuten lang ausgeglichen. Die Hoykenkamper Sebastian Rabe sowie Alexander Kirchhof kurbelten die Angriffswelle an, versuchten, ihren Kreisläufer in Szene zu setzen, und brachten Rückraumwerfer Hergen Schwarting besser ein. Beim 13:15 in der 38. Minuten hegten die Hoykenkamper noch alle Hoffnungen. Den größten Anteil an diesem Spielstand hatte Torhüter Timo Meier. Bis zum 16:18 durch Daniel Hemmelskamp hielt dieses Spielchen an. Dann änderte sich das Bild: HSG-Trainer Jörg Rademacher wechselte Torhüter Sönke Schröder ein, der sofort Zugriff auf das Spiel bekam und sich ebenfalls auszeichnen konnte. Von Minute zu Minute wurde das Kräfteverhältnis ungleicher. Während bei den Gastgebern die Konzentration und die Kraft merklich nachließen, konnten die Delmenhorster eine Schippe drauflegen. Ob erste oder zweite Welle: Die Tore fielen nun wie am Fließband. Fünf Minuten vor dem Ende erzielten die Rademacher-Schützlinge das 28:18. „Wir sind ganz gut gestartet und waren lange am Spiel beteiligt. Am Ende ging uns die Luft aus. Wir kassierten unnötige Zeitstrafen und schlossen die Angriffe zu schnell und unkonzentriert ab. Im Angriff waren wir teilweise zu mutlos“, analysierte Adrian Hoppe. Jörg Rademacher sprach hinterher von einem auch in dieser Höhe verdienten Erfolg. „Wir sind zwar noch in der Umbruchphase, aber es hat vom Ablauf her schon einiges gepasst. Die Deckungsarbeit hat mir gefallen und auch das Kreisläuferspiel von Dominik Ludwig fand nach meinen Vorstellungen statt. An manchen Prozessen im Spielablauf müssen wir weiter arbeiten. Den hohen Sieg will ich nicht überbewerten. Auf uns liegt Woche für Woche ein hoher Druck, denn unsere Ziele sind doch höhergesteckt.“
Während die HSG Delmenhorst auf Platz eins rangiert, steht die TS Hoykenkamp weiter am Ende der Tabelle.
 
Quelle: weser-kurier.de