Delmenhorst. Vorweihnachtliche Bescherung für die Verbandsliga-Handballer der HSG Delmenhorst: Der Spitzenreiter hat am Samstagmorgen die Verpflichtung des Drittliga erfahrenen Torwarts Björn Bröckerhoff bekannt gegeben und ist ab sofort spielberechtigt. Keeper Marius Voß hat die Delmenhorster indes aus privaten Gründen verlasen.

Als im vergangenen Frühjahr der Abstieg der SG Varel/Altjührden in die Oberliga besiegelt war, brauchte Björn Bröckerhoff erst einmal ein wenig Abstand vom Handball. Sieben Jahre hatte der Torwart für Drittligisten im Nordwesten im Tor gestanden. Für den VfL Edewecht, für den Wilhelmshavener HV, für den OHV Aurich und zuletzt eben die für SG. Ein großer Zeitaufwand mit Höhen und Tiefen. „Diese Pause tat mir gut“, gestand Bröckerhoff. Hinzu kam, dass der Bundeswehr-Soldat Bröckerhoff nach dem Ende seines Grundwehrdienstes in der Nähe von Mannheim seit ein paar Wochen in München stationiert ist. Dort suchte er einen neuen Verein nur zum Trainieren, fand ihn im Drittligisten Fürstenfeldbruch – und merkte bereits nach einer Woche im Training, „dass ich wieder Bock auf Handball habe“.

Der 24-Jährige überlegte kurz, wie er Studium und Familie mit leistungsorientiertem Handball in Einklang bringen könnte, wählte dann die Nummer seines Bekannten Jörg Rademacher – und gab jetzt seine Zusage für den von „Rade“ trainierten Verbandsligisten HSG Delmenhorst. Das Erfreuliche: Der Schlussmann ist ab sofort für den Spitzenreiter spielberechtigt.

Im Lager der HSG ist man über den Transfercoup verständlicherweise hocherfreut. „Das ist wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für uns. Es kommt ja nicht häufig, dass Spieler dieser Klasse sich von sich aus bei einem Verbandsligisten melden. Wir waren nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Torhüter, wären aber blöd gewesen, wenn wir da nicht zugeschlagen hätten“, sagte Rademacher bei der Vorstellung am Samstagmorgen und bedankte sich auch beim HSG-Vorsitzenden Jürgen Janßen für die Realisierung des Transfers. Rademacher glaubt: „Björn wird uns mit seiner Routine und Erfahrung mithelfen, den Aufstieg in die Oberliga zu realisieren.“

Aber auch aus diesem Grund sind sie im HSG-Lager froh über den Neuzugang: Denn Marius Voß, der Delmenhorst ohnehin nur die Zusage für eine Saison gegeben hatte, hat aus privaten und beruflichen Gründen die HSG ab sofort verlassen. Der Lehrer, der im Sommer vom ATSV Habenhausen an die Delme gewechselt war, stand bereits beim Auswärtssieg in Sulingen nicht mehr im Kader. Der letzte Einsatz von Voß war bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Rademacher betonte auch, dass die Verpflichtung von Bröckerhoff keine Degradierung der Routiniers Sönke Schröder und Mirko Lettmann sei. „Beide haben zuletzt stark gehalten. Wir sind mit diesen drei Torhütern für die Zukunft nun stark aufgestellt.“

Bröckerhoff überzeugt die Perspektive in Delmenhorst
Für Bröckerhoff selbst ist der Wechsel zur HSG Delmenhorst kein Schritt zurück. Die Perspektive bei der Handball-Spielgemeinschaft, die mittelfristig den Aufstieg in die 3. Liga zumindest anpeilen will, sei wichtiger als das kurzfristige Denken anderer Klubs, sagte der 1,93-Mann. „Ich wollte nicht irgendwo hingehen, sondern dahin, wo der Aufbau in Ruhe vonstatten geht“, betonte Björn Bröckerhoff.

In Delmenhorst trifft Bröckerhoff auch auf einige alte Bekannte. Neben Rademacher kennt der Neuzugang HSG-Torwarttrainer Jens Kanzog aus seiner A-Jugend-Zeit bei der HSG Varel sehr gut. „Ich weiß, wie ,Katze’ und Jörg bei ihrem Torhüterspiel denken und wie sie die Torhüter entwickeln. Das war für mich auch schon ein entscheidender Faktor für den Wechsel“, erklärte Bröckerhoff. Mit Tim Coors spielte der Schlussmann außerdem schon in Varel zusammen, mit Stefan Timmermann wurde Bröckerhoff Deutscher Beachhandball-Meister und Niclas Schanthöfer kennt er aus Duellen mit der SG Achim/Baden.

Bröckerhoff pendelt am Wochenende zwischen München und Oldenburg
Bis Ende April ist der Oldenburger, der an Universität der Bundeswehr seinen Master in Sportmanagement macht, noch in München stationiert. Freitagmittags setzt er sich in der Landeshauptstadt in den Flieger Richtung Bremen, Sonntagnachmittags geht’s wieder zurück. „Von der Kaserne bis nach Hause sind’s dreieinhalb Stunden“, hält der gebürtige Wilhelmshavener Bröckerhoff diesen Aufwand noch für erträglich.

Mit Blick auf die kommende Saison, für die die Rückkehr in die Oberliga „natürlich Pflicht sein muss“ (Rademacher), haben sie bei der HSG mögliche weitere Akteure im Blick. „Junge, entwicklungsfähige Spieler möglichst mit Bezug zu Delmenhorst“, umriss Rademacher das Profil, ohne Namen zu nennen. Zuvor werden aber im Januar Gespräche mit dem aktuellen Kader geführt werden.

Bildunterschrift: Ab sofort für die HSG Delmenhorst am Ball: Björn Bröckerhoff (links). Auf den Torwart freut sich auch Trainer Jörg Rademacher.
Foto: Frederik Böckmann
Quelle: dk-online.de (Frederik Böckmann)

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